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So schmeckte Weihnachten in der DDR

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Schneeberger Weihnachtsmarkt in der DDRBild: So sah der Schneeberger Weihnachtsmarkt in Sachsen 1968 aus, Copyright/Quelle: ddr-postkarten-museum.de, Hoffmann - Oelsnitz

Weihnachten wurde bekanntermaßen auch in der DDR gefeiert - auch wenn die Parteifunktionäre nicht allzu gut auf christliche Traditionen und Festtage zu sprechen waren. Die ohnehin dürftige Versorgungslage mit einigen Lebensmitteln war auch im Dezember nicht sonderlich besser als in den anderen Monaten des Jahres. War da überhaupt an ein üppiges Weihnachtsessen zu Hause, oder an Stollen, Glühwein und andere Leckereien, wie wir sie heute im Überfluss auf den Weihnachtsmärkten finden, zu denken?

Tomate und Möhre im Gebäck

Schon im frühen Herbst begannen viele Familien die Zutaten für den Weihnachtsstollen zu sammeln. Denn den gab es auch im Osten Deutschlands. Nur leider waren die Zutaten oft knapp: Sultaninen und Mandeln waren nur begrenzt verfügbar. Zitronat und Orangeat gab es überhaupt nicht. Also war auch hier Improvisationstalent gefragt: Kandierte grüne Tomaten dienten als als Zitronat-Ersatz und Möhren als Orangeat-Imitat, erinnert sich Albrecht Großmann, damals Produktionsleiter im Backwarenkombinat Döbeln. Auch in der Lebkuchenfabrik Pulsnitz wusste man sich zu helfen. Erdbeerfüllungen ersetzten hier beispielsweise Aprikosen. „Da war kaum ein Unterschied zu schmecken“, meint auch Geschäftsführerin Ines Frenzel.

das 'reichhaltige' Angebot im Konsum zur WeihnachtszeitBild: Laut Werbeplakat des Konsum von 1951 hat sich die harte Arbeit gelohnt: Zur Weihnachtszeit gab es ein "reichhaltiges" Angebot, Copyright/Quelle: blogging-about-the-east.tumblr.com

Vor dem Fest gab es auch mal richtige, schmackhafte Orangen, zumindest in der Hauptstadt. Bananen zogen mit viel Glück bald darauf nach. Da war es schon fast Pflicht und Leid eines jeden Ost-Berliners mit einem guten Draht zum Obst- und Gemüsehändler, die Verwandtschaft in der restlichen Republik mit den seltenen und daher begehrten Südfrüchten zu versorgen. Allerdings erreichten die nicht immer ihr bestimmungsgemäßes Ziel. Die meisten DDR-Bürger mussten sich ohnehin ganzjährig mit Apfelsinen aus dem Bruderstaat Kuba begnügen. Die Früchte waren zwar oft klein, grün und voller Kerne – aber immerhin Orangen.


Jeden Tag ein Türchen

Eingeläutet wurde die Vorweihnachtszeit spätestens am 1. Dezember. Dann, wenn das erste Türchen am Adventskalender geöffnet wurde. Die gab es auch in der DDR – auch wenn sie bis in die siebziger Jahre nicht so genannt werden durften. „Vorweihnachtlicher Kalender“ las sich eine offizielle Bezeichnung auf Rechnungen und Bestellungen. Christliche Motive durften anfangs überhaupt nicht dargestellt werden. Stattdessen gab es junge Pioniere mit Halstuch und Mütze als Aufdruck, wenn man nicht gerade selbst Hand anlegte und einen Adventskalender bastelte. Auf den Weihnachtsmärkten der Republik wurde Glühwein ausgeschenkt und Spielzeug oder andere Schnitz- und Drechselkunst aus dem Erzgebirge, wie Weihnachtspyramiden, Nussknacker-, Engels- und Bergmannsfiguren, angeboten. Natürlich war auch hier für das leibliche Wohl gesorgt. Broiler, verschiedene Wurstsorten und Schaschlik gehörten ebenso zum Angebot wie süßes Gebäck, z. B. Schürzkuchen, Makronen oder Quarkspitzen.

WestpaketBild: Die Verwandtschaft schickte Weihnachtspakete aus dem Westen in die DDR, die den Gabentisch bereicherten und oft fest eingeplant waren. Nicht selten wurde sich anschließend mit einem "Ostpaket" gen Westdeutschland bedankt. Über 35 Millionen solcher Pakete überquerten jedes Jahr die innerdeutsche Grenze, Copyright/Quelle: KNA Herb/picture-alliance/dpa


Pakete für die DDR

Spätestens nach dem Bau der Mauer 1961 fanden auch immer mehr Paketsendungen zur Weihnachtszeit ihren Weg nach Ostdeutschland. Die sog. „Westpakete“ mussten als Geschenksendung mit Inhaltslisten deklariert werden und enthielten oft begehrte Produkte aus dem „nichtsozialistischen Ausland“, die man in der DDR nur schwer bekommen konnte, wie bspw. Schokolade, Kaffee, Zigaretten, Orangen, Damenstrümpfe oder eben auch Zutaten für den Stollen. Auch im Fleischerpäckchen fand sich in der Vorweihnachtszeit dann bspw. schon mal ein Rollschinken, der gar nicht auf dem Bestellzettel stand. Zuhause wurden ansonsten vor allem Plätzchen aus Mürbeteig gebacken, was gerade für die Kinder immer als einstimmendes Ritual diente. Wenn dann nach all der Hektik und den Betriebsweihnachtsfeiern mit Korn und Eierlikör die Feiertage endlich näher rückten, wurde auch der Stollen, wenn vorhanden, angeschnitten.

Kartoffelsalat und Bockwurst

Bevor das große weihnachtliche Schlemmen aber beginnen konnte, wurde zum Mittag des Heiligen Abends bei vielen Familien in der DDR zunächst eine Suppe oder Eintopf aufgetischt, oft eine Nudelsuppe mit Geflügelfleischresten und Teilen des Festbratens. Am Abend selbst gab es häufig Kartoffelsalat und Bockwurst bzw. Wiener Würstchen mit Gewürzgurken. Am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag folgte dann traditionell der Weihnachtsbraten, häufig eine Gans, seltener eine Ente, Kasseler oder Karpfen. Wer nicht selbst Geflügel züchtete oder Beziehungen hatte, konnte auf Importe bspw. aus Ungarn zurückgreifen. Die Rezeptur für die Füllung des Bratens musste natürlich auch der Versorgungslage angepasst werden und war häufig regional geprägt. Oft standen die Eltern schon in der Früh oder Tage vorher am Herd, um Braten, Klöße und Beilagen wie Grün- und Rotkohl zuzubereiten. Neben dem Festessen gab es natürlich auch bunte Teller für den Nachwuchs mit Süßigkeiten, Nüssen, Orangen oder Äpfeln zum Naschen. Aus kulinarischer Sicht ließ man es sich also auch in der DDR zu den Feiertagen gut gehen – so gut es eben ging.

Und bei Euch?

Welche kulinarischen Erinnerungen habt ihr noch an das Weihnachtsfest in der DDR?
Schreibt es gern in die Kommentare.

Mehr weihnachtliche DDR-Rezepte findet Ihr hier:

von: Toni Schwabe | *Anzeige



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