DDR Rezept Fischsoljanka
DDR Rezept Fischsoljanka
Fischsoljanka – Ein säuerlich-würziger Eintopf mit sowjetischen Wurzeln
Die Soljanka gehört zu den bekanntesten Suppen der DDR-Küche. Ihre Herkunft liegt jedoch nicht in Ostdeutschland, sondern in der osteuropäischen Küche, insbesondere in Russland beziehungsweise der späteren Sowjetunion. In der DDR wurde das Gericht übernommen und in unterschiedlichen Varianten gekocht. Dabei entstand eine Vielzahl an Zubereitungen – von der Wurst- über die Fleisch- bis zur weniger verbreiteten Fischsoljanka.
Dass Fischsoljanka in der DDR bekannt war, lässt sich insbesondere für die Gastronomie belegen. So gehörte „Russische Fischsoljanka“ zum Angebot der HO-Fischgaststätten „Gastmahl des Meeres“. Auch Rudolf Kroboth, der bekannte „Fischkoch“ des DDR-Fernsehens, trug dazu bei, Fischgerichte in der DDR populärer zu machen.
Was macht die Fischsoljanka aus?
Typisch für die Soljanka ist die scharf-säuerliche Grundnote, die durch eingelegte Gurken, Gurkenflüssigkeit, Zitronensaft oder Essig erzeugt wird. In der Fischvariante bildet ein milder Fischfond die Basis – häufig selbst angesetzt aus Fischkarkassen oder mit Brühepulver hergestellt.
Für Fischsoljanka eignen sich verschiedene Fischarten. Besonders gut funktionieren festfleischige beziehungsweise weißfleischige Fische, die beim Garen nicht sofort zerfallen. Welche Fischarten in historischen Rezepten tatsächlich verwendet wurden, hing jedoch auch von Zeit, Region und Verfügbarkeit ab.
Typisch war auch die Verwendung von Lorbeerblättern, Piment, Pfefferkörnern oder Dill zur geschmacklichen Abrundung. Die Zutaten wurden nacheinander angedünstet, aufgegossen, gegart und zum Schluss mit dem Fisch kombiniert – denn dieser sollte nicht zerfallen.
Ursprung und kultureller Kontext der Fischsoljanka
Die Geschichte der Soljanka ist älter und komplizierter, als es die häufig erzählte Geschichte vom einfachen DDR-Restegericht vermuten lässt. Ihre Wurzeln liegen in der osteuropäischen, insbesondere russischen Küche. Fischvarianten sind dabei keine moderne DDR-Erfindung, sondern gehören ebenfalls zur historischen Entwicklung dieser Suppenfamilie.
Mit den engen politischen und kulturellen Beziehungen zwischen der DDR und der Sowjetunion wurde Soljanka auch in Ostdeutschland zu einem bekannten Gericht. Besonders gut dokumentiert ist ihre Bedeutung in der Gastronomie. Für die Fischsoljanka liefert die DDR-Fischgastronomie einen konkreten Beleg: In den HO-Fischgaststätten „Gastmahl des Meeres“ wurde unter anderem „Russische Fischsoljanka“ angeboten.
Daraus sollte allerdings nicht geschlossen werden, dass Fischsoljanka überall in der DDR nach einem einheitlichen Rezept gekocht wurde. Wie bei vielen Gerichten unterschieden sich Zutaten und Zubereitung je nach Küche, verfügbarem Fisch und persönlicher Vorliebe.
Serviervorschläge für die Fischsoljanka
Fischsoljanka wird heiß serviert, in tiefen Tellern oder Schüsseln. Ein Klecks saure Sahne oder Schmand passt ebenso dazu wie ein Stück Zitrone, das direkt auf dem Teller ausgepresst werden kann. Als unkomplizierte Beilage eignet sich Brot.
Durch ihre Balance zwischen würzig, säuerlich und pikant ist Fischsoljanka eine kräftige Suppe, die sich besonders gut als eigenständige Mahlzeit eignet. Wie intensiv Säure, Tomate und Gewürze hervortreten, hängt dabei stark vom jeweiligen Rezept ab.
Die Fischsoljanka ist ein interessantes Beispiel dafür, wie sich osteuropäische Rezepttraditionen und die DDR-Küche begegneten. Gleichzeitig zeigt sie, warum es bei Soljanka schwierig ist, von dem einen verbindlichen „Originalrezept“ zu sprechen.
Wer sich ausführlicher mit Fischarten, Zutaten, Varianten und der Geschichte des Gerichts beschäftigen möchte, findet auf fischsoljanka.de unser umfassendes Wissen rund um die Fischsoljanka.
Zutaten
Für 5 Personen bei circa 60 Minuten Zubereitungszeit benötigt man:
- 1 - 1,5 kg verschiedenen Fisch (z. B. Weißfisch, Kabeljau, Plattfische, Seelachs)
- 2 Zwiebeln
- 2 saure Gurken*
- 15 Kapern
- 2 Essl. Tomatenmark
- 1 1/2 Essl. Margarine oder Speiseöl
- 5 Zitronenscheiben
- 2 Lorbeerblätter
- 10 Pfefferkörner
- etwas Salz und Pfeffer
- grüne Petersilie oder Dill
- saure Sahne
Zubereitung
1.
küchenfertigen Fisch (mit Kopf und Flossen) in Portionsstücke schneiden und in einem Topf mit 1,5 l kaltem Wasser und etwas Salz zugedeckt ansetzen und aufkochen lassen
2.
Zwiebeln fein schneiden und in Margarine oder Speiseöl goldgelb rösten, saure Gurken schälen, halbieren und quer in feine Streifen schneiden
3.
nach dem Aufkochen Fischstücke herausnehmen und gares Fischfleisch herauslösen, Gräten, Flossen und Kopfteile (falls vorhanden, ansonsten etwas vom Fischfleisch) ca. 30 Minuten weiterkochen lassen, Schaum abschöpfen
4.
entstandene Brühe durch ein Sieb gießen, Tomatenmark, Zwiebeln, Gurkenstreifen, Kapern, Fischfleisch, Lorbeerblätter und Pfefferkörner nacheinander dazu geben, dabei aufkochen
5.
Suppe bei niedriger Temperatur noch 10 Min. ziehen lassen (nicht kochen) und mit Salz und Pfeffer abschmecken
6.
mit je einer Zitronenscheibe, feingehackter Petersilie oder Dill und einem Schuss saure Sahne anrichten
Gut zu wissen
Wie auch die traditionelle DDR Soljanka mit Fleisch kennt die Fischsoljanka viele Rezept-Varianten und Zutaten. Ein bisschen Arbeit spart man sich bei der Verwendung von fertigem Fischfond, für den man ansonsten häufig Fischreste (z. B. Kopf, Flossenteile) verwendete, die bei der Zubereitung anderer Fischgerichte übrig blieben. Thymian, Liebstöckel, Sellerie und Knoblauch können die Fischsoljanka zusätzlich würzen.








